Wovon ich rede, wenn ich vom Reisen rede.

Da fliegt die Kuh.

mit 6 Kommentaren

Liebes Reisetagebuch,

Was Monaco im Formel1-Zirkus ist, das ist Angkor Wat in der suedostasiatischen Tempellandschaft. Touristen aus aller Welt treffen sich dort. Da haben hundertausende von Bauhacklern vor ungefaehr tausend Jahren mitten im Dschungel einen Tempel nach dem anderern aufgestellt. Zig Kilometer weit. Alles aus Sandstein und bis heute beachtlich, woher sie diese grossen Steinbloecke her haben.
Aber der Reihe nach! Weil wenn du mit dem Tuc Tuc von der naechstgelegenen Stadt zu der Tempelgegend fahrst, also da brauche ich jetzt mehr als einen Satz, dass du dir das vorstellen kannst. Weil ein Tuc Tuc, das ist ein Moped mit einem ueberdachten Anhaenger, wo ein paar Leute sitzen koennen. Also fast ein moderner Pferdewagen. Jetzt warum sage ich Pferdewagen? Ben Hur! Kennst du den noch? Spielen sie immer zu Ostern im Fernsehen. Und wenn hunderte Tuc Tucs auf dem Weg durch den kambodschanischen Dschungel Staub von der Strasse aufwirbeln, dann glaubst du, du bist mitten in der Pferderennarena von Jerusalem vor 2000 Jahren. Deswegen ich einfach meinen Kopf unters Leiberl gesteckt, weil als Kontaktlinsentraeger bist du heute schon benachteiligt bei sowas, und gehofft, dass die Pferdewagenlenker daneben nicht ihre Eisenschwerter aus den Raedern ausfahren. Und wenn du dann dort bist und die Stufen von so einem Tempel raufspringst und dir vorstellst, du bist einer von den Franzosen gewesen, die das alles wiederentdeckt haben, dann braeuchten sie nur mehr die Filmmusik von Rocky einspielen und du glaubst echt, du bist im Film. Weil heute kennst du eh schon alles vom Film.

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Sonnenuntergang bei Angkor mit ein paar anderen.

Und ein anderes Erlebnis haben wir gehabt. Aber schon in Thailand. Weil wir sind so schnell unterwegs, dass du mit dem Tagebuchschreiben nicht mehr nachkommst. Weil nach Angkor, zack nach Bangkok. 24 Stunden und 24 Millionen Eindruecke spaeter, zack in den Sueden, auf die ruhige Taucherinsel Koh Tao. Und im Leben gibt es ja oft diese Kettenreaktionen. Also zum Beispiel: Geht einer ueber die Strasse, gehen alle. Applaudiert einer, applaudieren alle. Oder: Wenn einer speibt, speiben alle.
Weil auf eine Insel ohne Flughafen musst du natuerlich mit einer Faehre fahren. Und bei unserer Faehrenfahrt waren draussen so hohe Wellen, dass es dann im Boot auch eine Welle gegeben hat. Wie im Fussballstadion, wo sie der Reihe nach hochspringen und die Haende raufreissen, hat an Bord einer nach dem anderen gekotzt. Und ich war im Sektor C und natuerlich voll mit dabei. Einmal hab ich gewartet, bis keiner mehr speibt. Aber wie verhext, immer wenn der eine langsam fertig wird, faengt der naechste an. Eigentlich angenehm fuer die Crew, die die Speibsackerl austeilt, aber natuerlich unangenehm fuer die Passagiere. Also da hat das Leben seinen eigenen Humor, mit diesen Kettenreaktionen.

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Angkor Wat, das Fotomotiv schlechthin. Das fotografieren sie sogar oefter, als die Burgruine Duernstein in der Wachau, mit dieser himmelblauen Kirche im Vordergrund.

Fuer mich waren das auf jeden Fall die schlimmsten 2 Stunden seit langem. Dass du dir sagst, da setz ich mich nie wieder rein. Und wie wenig der Mensch von seinen Fehlern lernt, hat man dann gesehen, wie der Erbs und ich 8 Stunden spaeter zum Fortgehen fuer eine Nacht auf die Nachbarinsel gefahren sind. Mit der Faehre. Dort war Full Moon Party und tausende Leute dabei. Da fliegt die Kuh und der Baer steppt, aber wir sind weder geflogen, noch haben wir gesteppt, wir haben A-B-G-E-R-A-V-E-T! Aber da sag ich jetzt nicht mehr als einen Satz, weil das musst du dir nicht vorstellen.

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Der Dschungel natuerlich eine gewaltige Kraft.

 

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Sex sells, auf der Kao San Road in Bangkok. Und die haben sich das Motto nicht hinter die Ohren geschrieben, sondern mitten auf den Busen.

 

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Bangkok, die groesste Stadt wo ich jemals gewesen bin. Bis jetzt.

Geschrieben von danuel

Januar 12, 2009 um 5:04 am

Veröffentlicht in 2009 01

6 Antworten

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  1. Also das Tuc Tuc heisst ja auf den Philippinen Tricycle! Merkt dir das! Wirst du bald brauchen. Wir sehen uns dann und bis dahin: “Speib di net aou”!
    Jah Rasta! Silke

    Silke

    Januar 12, 2009 um 12:40 pm

  2. Mein lieber Freund in der Ferne!

    Tief beeindruckt von deinem neuesten Reisetagebucheintrag, vor allem aber von der Geschwindigkeit mit welcher Du Asien erkundest grüße ich Dich herzlich!

    Ein passendes Gedicht mit dem Titel “Lust am Leben” – dieser passt meiner Meinung nach zu Thailand und den von dir geschilderten Eindrücken.

    So möge der Titel der Verse zu Thailand passen, deren Inhalte Dir aber Deine schöne Heimat in Erinnerung rufen!

    In diesem Sinne grüßt dich Dein Freund alter Freund!

    Gute Nacht, ihr Freunde, ach wie lebt’ ich gern!
    Dass die Welt so schön ist, dankt’ ich Gott dem Herrn.
    Dass die Welt so schön ist, tut mir bitter weh,
    Wenn ich schlafen geh’!

    Ach, wie möcht’ ich einmal noch von Bergeshöh’n
    Meine süße Heimat sonnbeleuchtet seh’n!
    Und den Herrn umarmen in des Himmels Näh’,
    Eh’ ich schlafen geh’.

    Wie man abends Kinder ernst zu Bette ruft,
    Führt der Herr mich schweigend in die dunkle Gruft.
    Meine Lust ist leben, doch sein Will’ gescheh’,
    Dass ich schlafen geh’.

    nik

    Januar 12, 2009 um 4:37 pm

  3. servus haile!

    i muaß dia sogn deine reiseberichte san absolut
    wödklasse – do hob i wenigstens 1 moi am tog
    wos zum lochn :)

    ps. des schöne gedicht “Lust am Leben” des da nik do
    anführt is vom peter rosegger!

    lg da moses

    maki

    Januar 13, 2009 um 2:03 pm

  4. Servus,

    also nach deiner Weltreise musst du eh nicht mehr arbeiten, weil du mit deinem Reisetagebuch eine Lesung nach der anderen machst – besser gesagt Comedy Show – es ist einfach nur lustig. Besonders hat mir die Schilderung der Reisetypen gefallen -sehr treffend.
    Mitfühlen kann ich sehr bei der Schifffahrtschilderung. Mir ging es genauso bei der Heimreise von Phu Quoc, aber man vergisst ja schnell.
    Und so eine Party muss man ja mal erlebt haben (waren wie mir noch jung waren auch mal dabei…)
    Ich freu mich wenigstens mit dir noch a bissl um die Welt zu reisen. Der Alltag hat uns wieder.
    Grüsse aus Bayern.

    Gabi

    Gabi (Weihnachtsmädel aus Bayern)

    Januar 13, 2009 um 8:48 pm

  5. danke fuer die kommentare!
    und danke nik fuer die trefflich gewaehlten dichterszeilen. so werd ich auch im fernen thailand, bei meer und scharfem essen, den duft der heimat nie vergessen.

    danuel

    Januar 16, 2009 um 8:11 am

  6. Jah Rasta

    muss dich auch auf dem laufenden halten was in deinen wiener heimatbezirk so los is:

    vor ca 1 woche hats in OTK Klick-Klack gemacht (nähe Ottakringer Straße) – ob die jungs von den Balkanaken dahinter stecken und ob sie nur das Handy eines “Nicht-Gang-Mitgliedes” wollten is noch unklar. Es könnte sich aber auch um SWK handeln (weißt eh, viel die besseren Gangster unterwegs)

    wir bleiben dran

    berni

    Januar 19, 2009 um 3:00 pm


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