Ich muss mir so was immer aufschreiben.
Liebes Reisetagebuch,
Jetzt ist zuerst nicht viel passiert. Aber Strand was herrliches, da gibt es Fruit Shakes und Massagen und alles, und weiss heute ein jeder, dass du am Strand super relaxen kannst. Weil wenn du am Strand sitzt und das Meer betrachtest, das hat was kontemplatives. Wie wenn du mit dem Postbus durch die Obersteiermark faehrst. Also es passiert nicht viel und du faengst zu denken an. Und beim Dahinsinnieren, da kommen die interessantesten Sachen heraus. Weil da springen ja die Gedanken foermlich vom einen zum andern, und am Schluss weisst du gar nicht mehr wo du angefangen hast.
Und dann leider doch oefter Unterbrechungen, auch am Strand! Aber hoer zu, weil das ist interessant: Weil wenn zum Beispiel ein Bikini vorbeispaziert, geht das Sinnieren natuerlich gleich in eine ganz andere Richtung. Und auf einmal alles komplett durcheinander. Also auf Dauer ist das mit dem Sinnieren auch nichts. Weil da muesste man jetzt ein Sokrates sein, damit man da immer logisch und ding. Also ich muss mir so was immer aufschreiben.
Und die Massagen, naja. Weil jetzt fuehlst du dich nach so einer Thai Massage schon sehr entspannt, aber wie beim Autowaschen, nach zwei Tagen wieder alles beim alten. Weil zuerst sind wir auf der Taucherinsel Koh Tao gewesen, und dann auf Koh Lanta. Das klingt fast wie der Nachname vom finnischen Kombinierer Anssi Koivuranta. Aber statt Finnland hab ich dort den indischen Ozean gekostet. Schmeckt nach Curry. Hihi. Natuerlich nicht, aber eine Farbe hat der, also da brauchst du, wenn du ein Foto machst, nichts nachbearbeiten so wie die Designprofis, sondern kannst es gleich volley als Postkarte verwenden.
Und so vertraeumt, wie ich am indischen Ozean gesessen bin, hab ich zuerst geglaubt, Einbildung, weil es hat fast ausgesehen, als ob da am Strand eine Kuh gewesen waere. Und was soll ich sagen, am Strand ist wirklich eine Kuh gewesen. Und jetzt weiss ich schon, dass es in Thailand auch Kuehe gibt, aber warum die Kuh da am Strand gewesen ist und sich wie ein Kind mit den Wellen spielt, das werd ich mein Lebtag nicht begreifen.
Aber dafuer hab ich mir mit einem Finnen in Kuala Lumpur ein Zimmer geteilt. Und jetzt kenn ich ja schon einige Finnen. Den Janne Ahonen oder den Kimi Raikoennen zum Beispiel. Und die Finnen ja oft eher kuehl und reden nicht viel. Und natuerlich, wenn heute zwei zusammensitzen, wo jeder darauf wartet, dass der andere was sagt, wird es mit der Unterhaltung schwierig. Aber eins bin ich mir schon draufgekommen, wenn man die Finnen einmal aufgetaut hat, na dann Gute Nacht. Und wie ich dem Toni gesagt hab, dass ich aus Oesterreich bin und er gemeint hat “It’s Austria, where Andi Gold-burger is from, right?”, das Eis natuerlich gebrochen. Und ueber Ari-Pekka Nikkola, Matti Nykaenen und Mika Hakkinen kannst du mit Finnen ewig reden. Nur den Alex Wurz hat er nicht gekannt. Aber das muss man zugeben, der war auch als Fahrer nicht so erfolgreich, wie er jetzt als Kommentator ist.
Aber nicht, dass du durcheinander kommst, weil Kuala Lumpur in Malaysia, und Malaysia wieder ganz was anderes. Weil beim Islam haben die Maenner Baerte und die Frauen Kopftuecher. Wir sind sogar in einer Moschee gewesen, da wird fuenf mal am Tag gebetet. Das kannst du dir ruhig merken, das tut nicht weh. Und die Theresa hat natuerlich ein Kopftuch aufsetzen muessen, weil bei uns musst du ja auch den Hut abnehmen, wenn du in eine Kirche gehst. Und intolerante Religion und Terroristen und so weiter, also ueber den Islam kann man Stunden diskutieren, wie ich es zum Beispiel mit dem betagten Kanadier in Singapur gemacht hab. Aber Malaysia natuerlich auch was anderes, weil viel wohlhabender. Und jetzt werden mir die Besserwisser gleich mit dem Bruttoinlandsprodukt kommen, aber ich hab meine eigene Methode, wie man wohlhabende Laender erkennt.
Weil in armen Laendern findet heute kein Formel1 Grand Prix statt, da brauchst du schon eine gewisse infrastructure. Und in Malaysia: Der Grosse Preis von Kuala Lumpur. Den hab ich gesucht, aber nicht gefunden. Gefunden hab ich dafuer einen Formel1-Simulator. Super gemacht, weil da sitzt du in einem originalgrossen Auto und der Laerm ist so laut wie in echt. Also im Rennenglisch: Racing-Fever pur! Und jetzt weiss ich auch, warum der Alex Wurz nicht so erfolgreich war. Weil fuer so eine Cockpit brauchst du eine Mindestgroesse, dass du ueberhaupt reinpasst. Und ich natuerlich einen Kopf groesser als Mindestgroesse. Aber dann ist mir eingefallen, der Alex Wurz auch nicht kleiner als ich. Und dass es heute in der Formel1 um jeden Millimeter und um jedes Gramm geht, das brauch ich dir hoffentlich nicht erzaehlen.
Trotzdem, jetzt sind wir in Singapur. Und was soll ich lange reden, Singapur liegt ja fast am Aequator und das merkst du schon, Luft und alles. Also nichts fuer Finnen. Aber andererseits nicht tragisch, weil die Finnen ja Saunaweltmeister. Und zum Thema Wohlstand kann ich nur mehr sagen: Singapur hat keinen Grand Prix, die haben einen Flutlicht-Grand Prix!








Oida Vodda! Einfach der allergeilste Blog den ich je gelesen habe! Ich hau mich ab, wahnsinn! Unbedingt nicht aufhören zu schreiben und vorallem auch wenn du retour bist weiterschreiben. MUSS LESEN!
Viel Spaß noch beim Weiterreisen!
Que te vaya bien!
Bounty
Januar 20, 2009 um 8:25 pm
Lieber Danuel!
wiederum sehr ineterssant, dein elektronisches Reisetagebuch…
Und wie Du da so schreibst von den unterschiedlichsten Menschen, von den Finnen, von den Moslems, von den Formel 1-Fahrern, von Dir, vom Äquator und vom Flutlicht, und vom Meer, da hab ich mir gedacht ein Gedicht zum Thema wäre passend in Dein Reiseagebuch:
- Weil: Verschiedene Leute, verschiedene Länder, überhaupt ist ja bei so einer Weltreise immer wieder alles überall ein bisschen verschieden.
Es grüßt Dich Dein Freund aus der winterlich-verregneten Heimat!
Leute gibt es allerlei
Auf der weiten Gotteswelt.
Wem die Sache nicht gefällt,
Wer da ausmarschiert, um jeden,
So nicht sein ist, zu befehden,
Der wird nimmermehr auf Erden
Mit der Fehde fertig werden.
Juden, Slaven, Atheisten,
Welsche, Philosophen, Christen,
Japanesen, Deutsche, Heiden,
Und wie noch die Massen scheiden,
Kasten, Sekten, Nationen,
Die in Gottes Licht sich sonnen,
Alles rollet hin und her
Wie der Wellenschwall im Meer.
Wie die Wässer und die Winde,
Stürmisch hier und da gelinde,
Ewig um den Erdball kreisen,
So in den Naturgeleisen
Wogt die Menschheit hin und wieder;
Schranken, die du heute aufstellst,
Brechen morgen krachend nieder.
Güter, die durch Krieg errungen,
Frieden, so durch Krieg erzwungen,
Reifen neuerdings die Saaten
Aus zu neuen Schreckenstaten.
Nicht einander jagen, schlagen,
Sondern mit Geduld ertragen
Nach dem Rate der Natur,
Ist das Omega und Alpha
Aller Bildung und Kultur.
Wer da ausmarschiert, um jeden
Fremdgesinnten zu befehden,
Der wird nimmermehr auf Erden
Mit der Fehde fertigwerden.
Wär’ der letzte Feind zertreten,
Stünd’ allein er am Planeten!
Nik
Januar 21, 2009 um 6:32 am
Servus.
Sehr spannend, deine Reiseberichte!
Eins hätte ich aber schon gerne gewußt: Auch wenn dein finnischer Kollege die (Test)Fahrerlegende Alexander Wurz nicht kennt, glaubst du er hat schon mal von einem gewissen Heinz Prüller gehört??
Liebe Grüße und alles Gute noch!!
Stefan
Januar 21, 2009 um 10:32 am
uh, wenn ich mir den heinz prueller beim kommentiern vorstell, wird mir gleich warm ums herz!
und nik, wieder ein sehr treffendes und wunderschoenes gedicht!
danuel
Januar 22, 2009 um 11:50 am
mein kleiner sokrates…
sinnier ned so vü sondern schreib mehr blogs, weil diese internet-tagebücher werden bei glei noch da kritik der reinen vernunft vom kant gereiht!
wieso hast deis eigentlich (internet-)tagebuch, wenns eh jeder lesen kaun? im grunde is deis jo total verrückt – ned zum aushoiten!!
abo
Januar 22, 2009 um 7:52 pm
Nette Gschicht’ mit dem Finnen und dem Andi Gold- burger. Is ja immer wieder interessant, welche Vorstellungen die Leut’ so über Österreich habn. Hat mi irgendwie an a Erlebnis erinnert, das i heuer im Herbst auf dem Weg von Bruck/Mur nach Florenz ghabt hab. Bin irgendwann zwischen Villach und Udine mit am euroareisenden Inder ins Gespräch kumman und neben dem absoluten Klassiker (Schifoan und die Alps) wollte er von mir außerdem wissen, was denn so besonders an unser alten kaiserin Sissy war. Da schluckst a als halber Historiker amoi und überlegst, was’d dem erzählen könntest…
ps: der typ hat übrigens a theorie aufgestellt die si ziemlich mit der deckt, die, wenn i mi richtig erinner’ mir damals in Olomouc aufgestellt ham. Nämlich das in Europa, je weiter du nach Osten fahrst, die Mädls immer hübscher werdn. Er war allerdings so nett einzuräumen, das die heiße zone genau in österreich beginnt…
rucki
Januar 23, 2009 um 11:54 am
Hawedutten aus OTKizzle,
oiso, zum ersten bin i schwaaah krank und pack des garned das du am Strand liegst und sinnierst, während da Frauenzimmer im Bikini umanandrennan. Mi frisst da neid auf x5. Naja, was sois.
Auf jeden Fall lieg i schaun seit Mittwoch. Bin natirlich glei zum Doktores gstart. Da wollt i in Dr. Fadel El-Fadel aufsuachn, nur hat der ned offen ghabt, daher bin i a paar meter weiter gangn in die Enenkelgasse zum Herrn Dr. Euler-Rolle.
Ansonsten hab hoid a prüfung noch da andern, was sehr ungünstig is wann ma totkrank is, so wie i. Außerdem fickt mi die GIS. De woin einfach ned eisegn, dass i ois beihilfengeförderter student, natirlich nix zoin wü. Owa des wird schau nu, den die Rechtsabteilung ist informiert.
Und fiess find i ah, dass eich die Lisi nach Australien begleitet, jetzt nehmet ihr mir sie auch noch weg. Zum Schluss bleibt ma dann leicht eh nurmehr nur da Lehrer, oda wia.
Ma muaß des hoit amoi so hinema wias is. Buddha selbst hat ja gsagt, das Leid liegt im weltlichen Dasein. Während der ane mit ann Fuaß schau im Grab is, genießt der andere des paradies auf erden.
An schen gruaß an Silke, Erbse und Tessi. Hawedere du bere.
Dave
Davshizzle
Januar 25, 2009 um 10:42 am