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Ein gutes Spiel.
Liebes Reisetagebuch,
Wenn dir noch nie ein Piranha vom Wasser uebers Boot direkt in den Schoss geflogen ist, dann pass auf. Weil nach den weissen Naechten in Bolivien sind wir mit dem Todeszug weiter an die brasilianische Grenze. Dort haben wir eine Nacht lang mit Einheimischen Romy gespielt und sind auch auf eine exotische Weise mit Tieren in Kontakt gekommen. Aber daran hab ich jetzt gar nicht gedacht. Aber wie wir ins brasilianische Pantanal gefahren sind, sind wir sozusagen in das groesste Sumpfgebiet der Welt eingetaucht. Und da kannst du dir bereits sicher sein, dass es dort viele Tiere gibt. Kuehe, Schafe, … und viele andere exotische Arten. Nein wirklich: Krokodile, Piranhas, Wildschweine, Wasserschweine, Affen und Voegel. Jetzt bin ich kein Vogelfan und kein Vogelologe, aber das hab ich schon gesehen, wie viele verschiedene Voegel da waren. Papageie, Tukane und Kingfisher zum Beispiel.
Und dann haben wir mit den Tieren gespielt. Zuerst haben wir die Krokodile zum Narren gehalten, weil die Krokodile sind nicht besonders schlau, kannst du eh alles im Video sehen. Auf jeden Fall 1:0 fuer uns.
Dann haben wir uns zum Piranha-Fischen aufgemacht, und da haben die Piranhas dann uns zum Narren gehalten. Weil das, was der Alux und ich gemacht haben, war nicht fischen, das war Fische fuettern. Alle 3 Minuten haben die Piranhas den Koeder schon wieder heruntergefressen gehabt. Also 1:1.
Aber beim Stand von 1:1 haben wir das Tempo verschaerft und sind offensiver geworden: Ein Schaf wurde geschlachtet und wir haben es gegessen. Kurz hab ich ein schlechtes Gewissen gehabt, weil schon komisch: Zuerst streicheln, dann essen, hmm. Aber dann hab ich mir gedacht, Schafe sind dumm und wir sind staerker: 2:1.
Und kurz spaeter, ich war schon beim Dessert, ist auf einmal ein verschwommener Schafskopf ueber mir aufgetaucht und hat begonnen, mit mir zu reden. Er ist jetzt schon ein bisschen enttaeuscht von mir, weil essen duerfen wir sie schon, die Schafe, hat er gemeint, der Kopf, aber dumm sind sie nicht. Es sei purer Altruismus von den Schafen, dass sie sich uns opfern. Und das nur, wenn wir sie gut behandeln und ihnen grosse Leiden ersparen. Das war ueberraschend. 2:2.

Brad Kangaroo Pitt, Dutchie, Danny River de Janeiro and El Maximo Lider Alux. Alle mindestens Dreitagesbart und eine super Team im Pantanal.
2:2. Das war auch der Endstand von der Partie Fluminense gegen Boavista Sport Club. Der vermeintliche Favorit hatte seine Probleme. Und ich war dabei. Im Maracana Stadion in Rio de Janeiro. Wo der Pelé 1950 vor 200.000 Zuschauern gespielt hat. Das war damals, wie sie in den Slums noch keine Fernseher gehabt haben. Naja, auf jeden Fall war es ein gutes Spiel, aber das Stadion war in meinem Fall leider fast leer. Was wiederum fuer mich kein grosses Problem ist, weil als Admira-Fan kannst du eines ganz gut: Du kannst dir ganz gut vorstellen, wie das Stadion aussehen wuerde, wenn es voll waere. Und was mir aufgefallen ist: Die Tormaenner wirklich schlecht. Also da haben sie ein Problem bei den Tormaennern, die Brasilianer. Offensive gut, Defensive so lala, Tormann schlecht. Da koennte man ohne Probleme zum Beispiel einen David Walter vom Team Sony BMG hineinstellen, der haette die Leistung, die ich gesehen hab, bestimmt getoppt.

Mit beneidenswerter Geduld und Konzentration hat der SurvivAlux ueber zwei Stunden seine Angel ins Wasser gehalten. Fisch hat er leider keinen gefangen. Ich schon. Hihi.
Ja, und dann waren wir in Rio natuerlich am Zuckerhut, auf dem Berg mit der riesigen Christus-Statue, auf der Copacabana, im Nightlife und in den Slums. Einen ganzen Tag haben wir da drin verbracht, in den favelas. Wir haben mit den Einheimischen Bier getrunken und Billard gespielt. Alle waren sehr freundlich zu uns, und einer hat mir gesagt: „Ich hoffe, ihr fuehlt euch wohl hier, weil das ist einer der groessten Slums der Welt und wir sind eine grosse Gemeinschaft.“ Weil in diesem Slum leben 350.000 Menschen, und ich hab mich weder unwohl noch unsicher gefuehlt. Jetzt sind natuerlich Drogen und Waffen ein grosses Geschaeft in den Slums, weil die Slums sind in die steilen Haenge von den Bergen Rios gebaut und bis die Polizei sich durch den Slum ganz nach oben zu den Zentrallagern gekaempft hat, sind schon alle informiert. Also wenig Chance, dass du das in den Griff kriegst. Und wir haben sie auch beim Drogen verkaufen gesehen, bewaffnet versteht sich, aber unser Slum war von dem her einer der harmloseren, weil das hat uns unser Begleiter gleich am Anfang gesagt: „Das Gute an diesem Slum ist, dass sie hier nur Koks und Hasch verkaufen.“

Wenn an der Copacabana die Sonne scheint, kommt man vor lauter Bikini-Prinzessinen mit dem Schauen nicht mehr mit. Wir haben mit dem Wetter leider Pech gehabt.






