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Che und Fidels Reise durch die Anden.

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Liebes Reisetagebuch,

Jetzt erzaehl ich dir einmal was. Von Che, von Fidel und von Revolutionen. Gut, vielleicht gibt es jetzt keine Revolutionen in Suedamerika. Aber politisch und sonst spielt es sich ab. Waehrend Leute auf die Strasse gehen und gegen korrupte Regierungen protestieren, vollzieht sich am ganzen Kontinent so was wie ein schrittweiser antiamerikanischer Linksruck. Jetzt haben wir einen amerikanischen Oelpumpenunternehmer getroffen, fuer den sind der Hugo Chavez und Co. natuerlich ein gewaltiges Problem. Fuer die Einheimischen in den Bergen, die von der Weltwirtschaft und ihren Krisen nicht so viel mitbekommen, wiederum komplettes Gegenteil. Und Che und Fidel gibt es natuerlich definitiv noch. Sie reisen gerade durch die Anden. Ganz privat.

Unser erster Zwischenstopp in den Anden. Ein Taxler hat uns ans Ende der Welt gebracht. Von dort sind wir dann los marschiert.

Peru ist eines von drei Laendern, wo die indigene Bevoelkerung mehr als die Haelfte ausmacht.

Unser erster Stopp in den Anden hat El Maximo Lider Fidel Alux und mich gleich ganz nach oben gebracht. Wo dich am Tag die Sonne brennt noch bevor du zu ueberlegen anfaengst, und wo dich in der Nacht vier Steppdecken in den Schlaf begleiten. Wir haben uns einfach von einem Taxifahrer ans Ende der Welt bringen lassen und sind losmarschiert. Das war wirklich schoen, da kannst du nix sagen. Und die Landschaft wieder einmal beeindruckend.

Nur haben wir dann fast ein Problem gehabt, vom Ende der Welt, ich glaub es hat Cachora geheissen, wieder in die Zivilisation zu kommen. Weil die Taxifahrer dort haben entweder kein funktionierendes Taxi gehabt, oder waren schon zu betrunken oder hatten keine Lust. Und wie wir uns schon mit unserem neuen Zuhause abgefunden haben, hat uns doch noch wer auf seiner Pick-Up-Ladeflaeche mitgenommen. Dort hab ich mir dann wahrscheinlich fast den Tod geholt.

 

Und dann sind wir weiter nach Cuzco, bekannt deswegen, weil die Stadt vor ungefaehr 600 Jahren das Zentrum des Inkareichs war, das sich vom heutigen Ecuador bis ganz runter nach Chile erstreckt hat. Ausserdem in der Naehe von Cuzco: Machu Picchu. Das wahrscheinlich beeindruckendste Inkarelikt und Highlight eines jeden Suedamerikabesuchs. Aber dann ich leider krank. Und jetzt werden die einen aus Schadenfreude lachen und die anderen aus Mitleid weinen, aber natuerlich: So ein Fieber inklusive Durchfall auf 3300 Metern in kalten Steingemaeuern auskurieren, das musst du auch einmal erlebt haben. Haha. Wahrscheinlich haette ich es wie El Maximo Lider Fidel Alux machen sollen, und statt Huhn die typisch peruanischen Koestlichkeiten – Gebratenes Meerschweinchen, Gebratenes Alpaka, Gebratene Rinderherzen am Spiess - probieren sollen.

Che beim Wandern. Das Tal dahinter ist das tiefste der Welt. Und der Fluss, der darin fliesst, muendet irgendwann im Amazonas und ist nach dem Nil das zweitlaengste Flusssystem der Welt.

Che beim Wandern. Das Tal dahinter ist das tiefste der Welt. Und der Fluss, der darin fliesst, muendet irgendwann in den Amazonas und ist nach dem Nil das zweitlaengste Flusssystem der Welt.

Aber jetzt Machu Picchu. Weil was hat es damit auf sich? Weil ich kenn das ja schon ein bisschen von dem Angkor Wat in Kambodscha. Wenn erstens Relikte aus schon lang vergangenen Zeiten auftauchen und zweitens auch noch landschaftlich beeindruckend sind, dann ist das fuer Touristen ein Highlight.  Und jetzt wuerde mich interessieren, wie viele noch nicht entdeckte Machu Picchus auf der Welt herumliegen. Das koennten vielleicht nicht einmal die Forscher und Ologen auf diesem Gebiet beantworten. Aber ich haette da schon einen Tipp fuer diese Ologen.

Cuzco, Hauptstadt des ehemaligen Inkareichs. Auf 3300 Meter und ich sag es dir: Eine andere Welt.

Cuzco, Hauptstadt des ehemaligen Inkareichs. Auf 3300 Meter und ich sag es dir: Eine andere Welt.

Weil es wird in den fruehen 1990er Jahren gewesen sein, da hat ein kleiner Bub in den Muerzsteger Waeldern eine Kiste vergraben. Mit Ueberraschungseispielzeug und Zigaretten drinnen. Quasi ein erfurchtgebietendes Relikt aus einem vergangenem Jahrtausend. Aber gefunden werden wird das wahrscheinlich sowieso nie. Obwohl das Plastik haelt meines Wissens fast ewig. Aber wie sie dann wohl den Inhalt deuten wuerden? Spielzeugfiguren und Tschik, vielleicht gar Symbole fuer Himmel und Hoelle?

Auf dem Weg zum Titicacasee haben wir auf 4300 Metern Halt gemacht. Und da gibt es diese Frauen im traditionellen Gewand, mit denen kannst du ein Foto machen, wenn du ihnen ein paar Cent gibst. Und fuer meine Groesse hat sie auch gleich ein ensprechendes Alpaka-Lama-Tier parat gehabt.

Auf dem Weg zum Titicacasee haben wir auf 4300 Metern Halt gemacht. Und da gibt es diese Frauen im traditionellen Gewand, mit denen kannst du ein Foto machen, wenn du ihnen ein paar Cents gibst. Und fuer meine Groesse hat sie auch gleich ein ensprechendes Alpaka-Tier parat gehabt.

Wie auch immer, Che und Fidel waren seit vier Tagen nicht mehr unter 3000 Metern und das wird sich auch in den naechsten einundeinhalb Wochen nicht aendern. Wir haben uns aber schon akklimatisiert und Koka-Tee getrunken. Und waehrend sich Touristen und Einheimische fragen, warum Steirer anscheinend immer Montags die Nacht zum Tag machen, verlassen wir morgen die Lamas und Alpakas vom Titicacasee und brechen auf in Richtung Bolivien.

Der Titicacasee. Wuerde ein Zehntel von Oesterreich einnehmen und ueber dem Grossglockner liegen.

Der Titicacasee. Wuerde ein Zehntel von Oesterreich einnehmen und ueber dem Grossglockner liegen.

 

Was du hier siehst, sind schwimmende, aus Schilf gemachte Inseln, worauf die Einheimischen vom Fischfang leben und die sie nur einmal pro Woche verlassen, um Besorgungen zu machen und in die Kirche zu gehen.

Was du hier siehst, sind schwimmende, aus Schilf gemachte Inseln, worauf die Einheimischen vom Fischfang leben und die sie nur einmal pro Woche verlassen, um Besorgungen zu machen und in die Kirche zu gehen.

 

Und hier noch einmal Che und Fidel beim Besuch der schwimmenden Inseln.

Und hier noch einmal Che und Fidel beim Besuch der schwimmenden Inseln. Privat und ganz legere.

Geschrieben von danuel

März 18, 2009 um 2:53

Veröffentlicht in Peru