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Wieso nicht mit dem Trolli um die Welt?

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Liebes Reisetagebuch,

Wenn du heute bei einer Sache gut unterwegs ist, aber die Sache ist noch nicht vorbei, dann darfst du eines nicht machen. Du darfst nicht ausprechen, dass du gut unterwegs bist. Quasi: Die Sache ist schon gegessen. Also wenn du zum Beispiel der Andi Iwanschitz bist und mit Oesterreich eine Qualifikation schaffen willst, darfst du nach einem einzigen Sieg nie sagen: „Wir haben sehr brav gespielt und wir sind super und wir werden es schaffen.“ Darfst du nie machen. Meine Meinung, weil sonst erlegst du dir natuerlich einen gewaltigen Druck auf. Und ich hab jetzt auch so einen Fehler gemacht. Ich hab es ausgesprochen: „Jetzt bin ich schon 3 Wochen unterwegs und noch immer kein Durchfall!“. Und diesem Druck hat dann mein Koerper im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr standhalten koennen. Und boeses Erwachen. Und das, obwohl wir in letzter Zeit in den touristischeren Gegenden unterwegs waren! Apropos Tourismus. Weil man kann natuerlich Menschen heute nicht ueber einen Kamm scheren, aber es gibt da schon verschiedene Reisetypen, das weisst du am besten, du bist ja schliesslich ein Reisetagebuch. Und fuer Weltreisende hab ich da jetzt auch eine Gliederung, weil das hat sich eh schon laenger in mir aufgestaut:

Der Rucksacktourist: Der „Backpacker“ fuehlt sich frei wie ein Vogerl. Er hat alles was er braucht auf seinem Ruecken, inklusive Ersatzakkus, externer Festplatte und manchmal sogar GPS. Und natuerlich, diese Reisefuehrer sind heute schon 1A. Weil da steht alles drinnen. Und deswegen braucht der Backpacker auch sonst keine Hilfe, weil steht alles im Reisefuehrer.

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Der Pauschaltourist: Der so genannte „Pauscherl“ ist der Todfeind des Backpackers. Alles durchgeplant! Also zum Beispiel 2 Wochen Vietnam – 2500 Euro. Das Problem ist, dass Backpacker und Pauscherl sich dauernd ueber den Weg laufen, weil was die einen von selber im Reisefuehrer lesen, bekommen die anderen von ihrem Reiseleiter gesagt. Also andererseits gar nicht so viel Unterschied. Pauscherlgruppen geben sich ausserdem gerne selbst Tiernamen. Das erleichtert die Organisation beim Zusammentreffen mit anderen Gruppen und so ein Spass lockert natuerlich automatisch die Stimmung ein bisschen auf.

Der Resort-Hopper: Fuer diese Gattung ist das am wichtigsten, was eigentlich am unwichtigsten sein sollte: Luxus. Und zwar genau der Luxus, den man von zu Hause kennt. Also tausende Kilometer mit dem Flugzeug von einem Resort zum naechsten damit man das sieht, was einem im Fernsehen so gut gefallen hat. Und wenn das, was man von der Loggia aus sieht, nicht so ausschaut wie im Fernsehen, na dann frage nicht. Aber mit so Resort-Hoppern kannst du eh nicht lange reden, weil da kriegst du das Reissen.

Der Landstreicher: Sie wollen zurueck zur Natur. Sie lehnen alle technischen Erfindungen nach dem Goldrausch ab und sind abseits jeglicher Touristenpfade unterwegs. In Nationalparks kann man sie im Morgengrauen mit ihren Dreadlocks von Baum zu Baum schwingen sehen. Das ist ein wunderbares Naturschauspiel, das muss ich schon sagen. Aber Vorsicht: Sie werfen mit Nuessen.

Der Spiegelreflexperte: Jetzt ist es ganz egal, wie, wann und wo der Spiegelreflexperte unterwegs ist, weil er hat nur ein Ziel: Alle Funktionalitaeten von der neuen Kamera ausprobieren. Angehoeriger dieser Art sprechen oft deutsch und fahren im Winter in die Berge zum Schifahren.

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Die Jungfamilie als Untergruppe vom Backpacker: Wenn du dich heute im Berufsleben und sonstwo unterfordert fuehlst, dann ist am besten, du packst die Windeln in den Rucksack und reist mit deinen zwei Kindern (3 und 4 Jahre) und deiner schwangeren Frau in die dritte Welt. Quasi: Wenn du sie schon als Kind im Dreck spielen und Malaria-Muecken fangen laesst, das ist Abhaertung!

Die Generation 50+ als Untergruppe der Backpacker: Sie sind mir am liebsten. Wollen noch einmal um die Welt und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Sind freundlich und freuen sich ueber jede Kontaktaufnahme. Einziger Nachteil (z.B. im Nachtbus): Sie schnarchen lauter, als dir dein Mp3-Player ins Ohr singen kann.

Jetzt wirst du sagen, der macht sichs leicht. Und da hoere ich die Leute praktisch schon reden, der Dani Lu, der gibt nichts preis ueber sich selber, aber zieht ueber die anderen her. Unter uns gesagt wuerde ich sowieso am liebsten zu einer Gruppe gehoeren, die noch gar nicht aufgefuehrt ist. Weil, wieso nicht mit dem Trolli um die Welt? Den Rucksack braucht schon lange keiner mehr.

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Geschrieben von danuel

Dezember 30, 2008 um 12:00

Veröffentlicht in Vietnam